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think

Details

Leitung

Dr. med. Jürg Kuoni


Dauer

90 Min., 1/2 Tag, 1-2 Tage


Themen

Bewegungswissenschaftliches

Ernährungmedizinisches

Stress - Regeneration

Schlaf

Multitasking

Vorsorge

 


Material vor Ort

  • Beamer, Pointer
  • Flipchart

Grösse

nach Absprache


 

 

Think

Unser „Wissen“ über Alltagsthemen wie Ernährung und Bewegung ist geprägt von Überzeugungen und Mythen. Brauchen wir wirklich 2 Liter Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken, auch wenn wir keinen Durst haben? Brauchen Ausdauersportler wirklich viel Kohlehydrate und Kraftsportler viel Proteine? Macht Fett wirklich fett?

Unsere Seminare sind keine Frontalveranstaltungen, die „Wissen vermitteln“. Vielmehr sollen sie zum Selberdenken anregen und zu Fragen und Diskussionen animieren.


Neues Referat: Umgang mit der Zeit

speziell ausgerichtet für VielfliegerInnen, HR-Leitung mit Verantwortung für die Einsatzplanung (Schichten, internationale Standorte, 24/7-Betriebszeiten...)


Ein Überblick über meine sechs Hauptthemen:

1. Bewegung: Wieso haben Faultiere keine Herzkreislaufkrankheiten? Ist doch eigentlich ungerecht, bewegen sie sich doch kaum einen Meter pro Tag! Oder hängt das mit ihrer veganen Ernährung zusammen? Nein, liebe Veganer, die Faultiere leben ihr genetisches Programm: seit Urzeiten leben sie in ihrer ökologischen Nische und leben in den Baumkronen von Blättern. So kommen sie mit einem Anteil Muskeln von knapp 25% am Gesamtgewicht auch bestens aus! Wir lebten in Horden auf Savannen, jagten und sammelten Essbares, täglich 15 – 20 Kilometer, das ist noch heute unser Programm. Täglich acht Stunden sitzen hat die Evolution nicht vorgesehen!


2. Ernährung: Die beliebtesten Mythen. Fünf am Tag, der neueste Hype, gemeint sind Portionen Früchte und Gemüse. Beweise dafür? Nicht existent! An apple a day keeps the doctor away? Ein guter PR Gag der amerikanischen Früchtelobby! Das Gehirn braucht 120-150g Zucker täglich? Die Menschheit hätte nie überlebt, wenn das stimmen würde. Es gibt Vitaminmangel-Krankheiten, es gibt Krankheiten infolge Mangel an essentiellen Amino- und Fettsäuren (Proteinen und Fetten), es gibt aber keine Kohlehydratmangel-Krankheit! Ganz im Gegenteil: es gibt immer mehr Kohlehydrat-Intoleranz-Krankheiten, bekannt unter dem Namen Diabetes. Zwei Liter Wasser täglich? Der Mensch hat einen sehr genauen Sensor für den Flüssigkeitsbedarf, bekannt unter dem Namen Durst. Die Liste lässt sich beliebig verlängern.


3. Stress und Regeneration: Stress acht stark wenn die Regeneration stimmt. Stress ist der Stimulus für Fortschritt. Der Mensch wächst an den Herausforderungen, nicht am Stillstand. Stress ist ein atavistisches Überlebensprogramm: die gesamte Energie für DEN Augenblick mobilisieren und alle Energie einsparen, die für DEN Augenblick nicht gefragt ist. Anschliessend Regeneration bis zum Ausgangspunkt. Genau genommen ein geniales Energiemanagement! Ständige High Performance ohne ausreichende Regeneration zapft an den Ressourcen bis sie aufgebraucht sind. Es geht also nicht darum, die Performance zu drosseln sondern primär die Regenration zu optimieren!


4. Schlaf: Schlafen in unserer 24/7 Gesellschaft. Edison proklamierte, dass mit der Erfindung seiner Glühlampe der Schlaf überflüssig geworden sei, kompetitiver Schlafentzug wurde zum Volkssport. Der Rekord von 82 Stunden wurde nicht mehr gebrochen und der „Sport“ verschwand bald von der Bildfläche. Schlaf ist ein Grundbedürfnis, physiologisch dient es der „Hirnwäsche“, indem toxische Stoffwechselendprodukte abtransportiert werden, psychologisch dem Verarbeiten des Tages und im Archivieren von Gelerntem. Der Schlaf hat eine klare Struktur, vier oder fünf Tiefschlafphasen wechseln sich mit REM Phasen ab. Schlafmangel oder Störung dieser Struktur führen zu kognitiven Beeinträchtigungen, vor allem zu Konzentrationsproblemen und Fehlentscheiden. Kurzschläfer sind keine Helden sondern schlicht Hasardeure! „Eine Nacht darüber schlafen“ war schon immer ein guter Rat, versuchen Sie’s mal. Gesunder Schlaf dauert mindestens 6 und nicht mehr als 8 Stunden!   


5. Multitasking: Können Frauen besser multitasken? Sorry, meine Damen, weder Sie noch Männer können multitasken. Das Gehirn kann weder zwei Aufgaben simultan lösen noch in zwei Perspektiven gleichzeitig sehen noch visuelle und akustische Reize simultan verarbeiten. Wir können lernen, immer schneller zwischen zwei Aufgaben zu switschen, sie simultan zu bearbeiten ist neurophysiologisch nicht möglich. Schreiben Sie doch mal NEUROPHYSIOLOGIE gross auf ein Blatt Papier und dann nummerieren sie jeden Buchstaben. Stoppen Sie die Zeit. Dann schreiben sie jeden Buchstaben und jedes Mal anschliessend die dazugehörige Nummer. Sie brauchen länger, weil Ihr Gehirn zwischen dem alphabetischen und dem numerischen System switschen muss! Multitasken ist Zeitverlust, durch das Switchen zwischen den Aufgaben geht aber auch Information verloren! Und die Fehlerhäufigkeit steigt! Alles einfach nachzuweisen! Singltasken Sie lieber und schalten Sie Pausen ein!


6. Vorsorge:  Is an ounce of prevention really worth a pound of cure? Den Spruch kennen Sie vielleicht, er stammt von Benjamin Franklin, einem genialen Amerikaner, der mehrere Erfindungen patentiert und ausserdem an der amerikanischen Verfassung mitgearbeitet hat. Er meinte allerdings nicht medizinische Vorsorgeuntersuchungen, er sprach von der Feuerwehr! Checkups gehören heute fast zur Routine, von einfachen Checkup beim Hausarzt bis zum Executive Checkup über zwei Tage in Nobelkliniken. Der Nutzen? Gemäss einer Cochrane Review, dem Goldstandard medizinischer Studien, vor allem mehr Diagnosen und höhere Kosten, sonst aber kein Unterschied verglichen mit Checkup-Abstinenz. Kritisch wird’s mit der sogenannten Krebsvorsorge. Weder durch Mammografie noch durch den PSA Test konnte bis heute ein Überlebensvorteil nachgewiesen werden. Lassen Sie sich nicht blenden durch Behauptungen, dass zB durch Screening die Sterblichkeit an Prostata-Krebs um 20% gesenkt werden kann, sondern fragen Sie sofort: 20% von was?  (Antwort: in 10 Jahren sterben von 1000 Männern 4 statt 5 an Prostata-Krebs) Und fragen Sie weiter: Gibt es auch Nachteile? Antwort: zu viele Diagnosen, viele unnötige Therapien.